Ein bisschen meschugge?
Ein israelischer Filmautor mit deutschen Wurzeln trifft für den Dok Fromme und Verrückte an der Klagemauer.
[Cinergy/ARD] Die Klagemauer, die letzte noch stehende Wand des vor 2000 Jahren zerstörten jüdischen Tempels, ist für viele Juden der Ort, an dem Gott wohnt. Sein Briefkasten quillt immer über, denn täglich stecken Gläubige Hunderte von handgeschriebenen Bitten und Gebeten in die Mauerritzen. Manche schicken sogar Briefe an Gott, postlagernd an die Klagemauer. Die landen in einem Jerusalemer Postamt und werden zweimal im Jahr zur Klagemauer gebracht.Für manch einen ist die Klagemauer auch der Arbeitsplatz. Der amerikanische Rabbiner Jay Karzen lebt in Jerusalem und feiert gegen Honorar Bar Mitzvahs an der Klagemauer, so etwas wie jüdische Konfirmationsfeiern. Seine Kunden kommen aus aller Welt. Es sind so viele, dass ihn die Tageszeitung «Jerusalem Post» unlängst zum «Bar Mitzvah König» ernannt hat. Sogar ein Buch hat er über seine skurrilen Erfahrungen an der Mauer geschrieben. «Off The Wall» heißt es und das bedeutet zwar wörtlich «Von der Mauer», im übertragenen Sinn aber auch «Ein bisschen meschugge».
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